Kategorie-Archiv: Allgemein

Literaturcafé – Arbeitswelt-Autor Erasmus Schöfer und Erinnerung an Wolfgang Popp

 

Literaturcafé – Arbeitswelt-Autor Erasmus Schöfer

Die Kinder des Sisyfos“, die umfangreiche Ro­man-Tetralogie des Autors Erasmus Schöfer (*1931) stellt Ma­rianne Walz, Vorsitzende des „Freundeskreises Erasmus Schöfer“, am Sonntag, 28. Mai 2017 um 15.00 Uhr im Literaturcafé im Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) vor.

Zugleich wird an den Gründer und Organisator des Literaturcafés am Sonntag Nachmittag, Prof. Dr. Wolfgang Popp, erinnert, der Anfang Mai 2017 kurz vor Vollendung des 82. Lebensjahres an einer Krebserkrankung verstorben ist. „Die Kinder des Sisyfos“ hat Wolfgang Popp regelrecht verschlungen, verband ihn doch mit dem Autor Erasmus Schöfer der Kampf gegen die Notstandsgesetze, das Engagement in der Friedensbewegung und die politischen Aktivitäten in der Gewerkschaftsbewegung.

Schöfer,einer der Mitbegründer des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“, beschreibt in vier umfangreichen Romanen die sozialen Bewegungen in der BRD vom vergeblichen Widerstand gegen die Not­standsgesetze wie dem erfolgreichen Kampf gegen das Atomkraftwerk in Whyl im Jahr 1968 bis zum Wi­derstand gegen die Startbahn West und dem Ende des „Realsozialismus“ in der DDR Ende 1989.

Seine exemplarischen Hauptfiguren – der Historiker Bliss, den ein Berufsverbot aus der Bahn wirft, und seine Frau Lena, die von der Kostümschneiderin zur Theaterregisseurin aufsteigt, der Gewerkschaf­ter und Betriebsratsvorsitzende Anklam und der Journalist einer linken Zeitung, Kolenda – bewegen sich mit ihren privaten, beruflichen wie erotischen, und politischen, stets engagierten Wünschen und Vorstellungen in diesem Auf und Ab von Gesell­schaftsveränderungen glaubwürdig zwischen Ent­täuschungen und Zukunftshoffnung.

Einen wesentlichen Grund für die Vernachlässigung dieses Autors in der öffentlichen Aufmerksamkeit sieht Marianne Walz u.a. darin, dass im „gegenwär­tige Wirtschaftssystem die Priorität eher beim mer­kantilen Gewinn“ liege als bei den Menschen. Die in der DDR sozialisierte Referentin vermittelt sicher einen besonderen Blick auf das Werk des westdeutschen Autors, der west­deutsche Zustände beschreibt.

Bernhard Nolz, 0171-8993637, nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

 

Wolfgang Popp ist tot

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

Wolfgang Popp ist tot.

Am Abend des 5. Mai 2017 ist er zu Hause sanft entschlafen. Der Speiseröhrenkrebs ließ es ihn nicht erstrebenswert erscheinen, den 82. Geburtstag am 3. Juni zu erleben. Jan und ich haben es die letzten Monate geschafft, dass er mit wachem Bewusstsein am Geschehen im Hause und in der Stadt teilnehmen konnte.

Wolfgang ist mit seinem Leben sehr zufrieden gewesen, und ich bin bei aller Trauer froh über 25 Jahre glücklicher Gemeinsamkeit. Es wird nicht leicht werden, sein Lebenswerk fortzuführen.

Wolfgangs Wunsch entsprechend, findet die Urnenbestattung im Siegener Friedhofswald im engsten Familienkreis statt.

Es ist Wolfgangs Wunsch, dass Familienangehörige, Freund*innen und Bekannte zu einer Erinnerungs- und Abschiedsfeier zusammenkommen, die von den Teilnehmenden mitgestaltet wird.

Die Einladungen zur Abschiedsfeier werden – sobald ein Termin gefunden ist – versandt.

Wir werden Spenden sammeln für den Erhalt des Dunkelcafés und des Zentrums für Friedenskultur (ZFK), zwei Bildungseinrichtungen, die von Wolfgang Popp entscheidend geprägt und großzügig gesponsert wurden.

Ich freue mich darauf, euch bald zu sehen oder von euch zu hören.

Bernhard Nolz

Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 0271-20596/-23568535, 0171-8993637, nolzpopp@web.de

 

Literaturcafé im Zeichen des 1. Mai

 

Literaturcafé im Zeichen des 1. Mai

Die beiden nächsten Veranstaltungen des Literaturcafés am Sonntag Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) stehen ganz im Zeichen des 1. Mai, dem Tag der Arbeit.

Am 30. April um 15.00 Uhr wird der Schriftsteller Oskar Maria Graf (1894 – 1967) vorgestellt. Graf engagierte sich bis 1933 in sozialistischen und anarchistischen Reformbewegungen und Schriftstellerorganisationen. Im 1. Weltkrieg simulierte er eine Kriegsneurose und wurde aus der Armee entlassen. Die Nazis forderte er auf „Verbrennt mich!“, was sie mit seinen Bücher auch taten. Graf emigrierte in die USA, wo er für seinen kompromisslosen Pazifismus geehrt wurde.

Das Literaturcafé im ZFK steht in der Tradition von Herrschaftskritik und Widerstand“, erklärt ZFK-Geschäftsführer und Friedenspreisträger Bernhard Nolz. „Von Anfang an galt der Kampf der Arbeiterbewegung nicht nur der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern immer auch dem Frieden in der Welt.“

Darauf Bezug nehmend, wird am 28. Mai um 15.00 Uhr der Schriftsteller Erasmus Schöfer (*1931) vorgestellt. Schöfer engagierte sich ab 1965 gegen die Notstandsgesetze und in der Ostermarschbewegung. 1969 war er Mitbegründer des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt, dessen Sprecher er bis 1973 war.

Am 28. Mai steht Erasmus Schöfers dreibändiger Roman „Die Kinder des Sisyfos“ im Mittelpunkt. Schöfer beschreibt darin die sozialen Bewegungen in der BRD vom vergeblichen Widerstand gegen die Not­standsgesetze wie dem Erfolg gegen das Atomkraftwerk in Whyl im Jahr 1968 bis zum Wi­derstand gegen die Startbahn West und dem Ende des „Realsozialismus“ in der DDR 1989.

Bernhard Nolz: „Die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem literarischen Werk von Oskar Maria Graf und Erasmus Schöfer stellt aus Sicht des ZFK eine spannende und Erkenntnis-reiche Ergänzung zu den politischen Kundgebungen am 1. Mai in Siegen dar.“

Das Literaturcafé findet im ZFK, Kölner Str. 11, statt. Der Eintritt ist frei.

Aus dem Bündnis „Roter 1. Mai“ wurde das ZFK ausgeschlossen und Bernhard Nolz wurde dort Redeverbot erteilt, weil das ZFK in seinen Räumen „entartete, Israel-kritische Kunst“ gezeigt haben soll.

Info: 0171-8993637

 

Literaturcafé am 30. April: Oskar Maria Graf- „Verbrennt mich!“

 

Literaturcafé – Oskar Maria Graf- „Verbrennt mich!“

Im Literaturcafé am Sonntag, 30. April 2017 um 15.00 Uhr stellt Peter Schmöle den Schriftsteller Oskar Maria Graf (1894 – 1967) vor. Der Vortrag findet statt im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt.

Oskar Maria Graf gilt sein Leben lang als exotischer Einzelgänger, obwohl er drei Mal verheiratet und als freiwilliger US-amerikani­scher Emigrant und seit 1957 Staatsbürger, von stetem Heimweh nach seiner urbayrischen Her­kunft geplagt war. Am Starnberger See in eine Bäckersfamilie geboren, flieht er mit 17 Jahren nach München, wo er sofort in der sozialistischen Boheme aufgeht.

Dass 1933 seine Schriften von den Nazis nicht wie die gleichgesinnter Schriftsteller auf den Scheiter­haufen geworfen werden, empört ihn so, dass er ein Pamphlet veröffentlicht, das mit den Worten be­ginnt „Verbrennt mich!“. Das geschieht dann 1934 tatsächlich mit seinen Büchern in einer Extra-Akti­on, während er über verschiedene europäische Länder schließlich in den USA landet. Er bleibt dort, wie schon in den 20-er Jahren, literarisch außeror­dentlich produktiv, wobei seine Bücher meist aus stark autobiographischen Quellen gespeist sind.

1960 erhält er wegen seiner kompromisslos pazifis­tischen Haltung von der Universität Detroit die Eh­rendoktorwürde verliehen. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges unternimmt er noch einige viel beach­tete Lesereisen durch verschiedene europäische Länder.Doch als er 1967 in New York stirbt, wird er schnell vergessen. Erst seit 2009 erinnert ein klei­ner Verlag durch den Neudruck einiger seiner Wer­ke wieder an ihn.
Der Eintritt ist frei.

 

Vortrag von Bernhard Nolz: “Kunst-Frieden-Kultur” am 6. April 2017

 

Vortrag: Kunst-Frieden-Kultur am 6. April 2017

Am Donnerstag, 6. April 2017, um 19.00 Uhr hält der Friedenspädagoge und Friedenspreisträger Bernhard Nolz in der Städtischen Galerie Haus Seel, Kornmarkt 20, Siegen einen Vortrag zum Thema: Kunst – Frieden – Kultur. Darin will er der Frage nachgehen, was Künstlerinnen und Künstler zum Frieden beitragen können.

Bernhard Nolz: „In meinem Vortrag versuche ich in pointierter Weise aufzuzeigen, welche Beiträge die Kulturschaffenden zur Entwicklung einer Friedenskultur kommunal und global leisten können. Angesichts der Ausweitung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr und einer fortschreitenden Militarisierung des gesellschaftlichen Lebens stellt sich die Frage, ob und wie Künstlerinnen und Künstler sich solidarisch gegen Krieg und Ungerechtigkeit engagieren können.

Außerdem halte ich als Überraschung noch eine Filmsequenz bereit, mit der ich eine Verbindung zwischen der Friedensarbeit in Siegen und der Stadt Kiel herstelle, dem Wohnort des Künstlers René Schoemakers, dessen Arbeiten im April im Haus Seel gezeigt werden.“

Bernhard Nolz, Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt, 0171-8993637, nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

 

Literaturcafé am 26. März – Montesquieu, Phliosoph der Aufklärung

 

Montesquieu – Philosoph und Dichter

Am 26. März 2017 um 15.00 Uhr wird im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag der Philosoph und Dichter Montesquieu vorgestellt. Jürgen Simon wird erläutern, worin die damalige und heutige Bedeutung dieses Repräsentanten der französischen Aufklärung liegt. Die Veranstaltung findet im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt.

Charles de Secondat, Baron de Montesquieu (1689 – 1755), neben Voltaire, Diderot und Rousseau der Repräsentant der französischen Aufklärung, war Parlamentspräsident, Akademie-Direktor und Mitglied der “Akademie francaise”. Er lebte auf seinem Schloss bei Bordeaux und viele Monate des Jahres in Paris. Dort war er Mittelpunkt der berühmten literarischen intellektuellen Salons.

Weltruhm erlangte er 1721 mit den „Persischen Briefen“: fiktive, faszinierende Harems-Geschichten, in denen er scharfe Kritik am französischen Staat mit Witz und sprachlicher Eleganz übte.

Auf einer dreijährigen Reise durch Europa sammelte er Stoff für sein Hauptwerk „Vom Geist der Gesetze“. Seine „Klima-Theorie“ darin fand große Aufmerksamkeit, und sein Modell der Gewaltenteilung wurde zum Vorbild für die französische und amerikanische Verfassung.

Die Literaturreihe unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Popp steht in diesem Jahr unter dem Motto „Vergessene Autorinnen und Autoren in Ost und West“. Info: 0271-20596, www.friedenspaedagogen.de

 

Literaturcafé – der Dichter Rolf Bongs

 

Bericht über den Dichter Rolf Bongs

Im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag werden am 26. Februar 2017 um 15.00 Uhr Leben und Werk des Dichters Rolf Bongs (1907 – 1981) von Olaf neopan Schwanke vorgestellt. Das Zusammentreffen der beiden Dichter verspricht einen amüsanten Literatur-Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) in der Kölner Straße.

Für den Düsseldorfer Germanisten Martin Hollender ist der 1907 in Düsseldorf geborene und in großbürgerli­chem Haushalt aufgewachsene Rolf Bongs ein Schriftsteller und Dichter, „der weniger zu den ver­gessenen als vielmehr zu den niemals über die Grenzen des Rheinlands hinaus bekannt gewese­nen Autoren gehörte“ – aber sehr lohnenswert, neu entdeckt zu werden.

Bongs, geprägt durch Wandervogel und Lebensre­form, schrieb Gedichte neusachlicher Art, die ganz modern den schönen Körper, das antike Schön­heitsideal besingen, schrieb Essays, Kurzgeschichten, Reiseromane – und immer am großen Publi­kum vorbei. Er blieb dem humanistischen Ideal verpflichtet, obgleich seine gelegentlich schillernde Biografie anderes unterstellt: Sein erster Gedichtband der alternativen Rabenpresse wurde 1935 von den Nazis verboten, 1942 nahm er als Offizier der Waffen-SS propagandistisch am Krieg und den Umsiedlungsaktionen der braunen Machthaber teil.

Im Nachkriegsdeutschland geriet er literarisch an den Rand, hasste die zeitgenössischen Literatenkollegen und schlug sich mit Gelegenheitspublikationen durch, seine Lyrik war zu experimentell für den großen Publikumserfolg. Er erhielt eine Professur an einer amerikanischen Universität, vier Literaturpreise, regionale Aufmerksamkeit. Krank durch Spätfolgen einer Kriegsverletzung, setzte Rolf Bongs seinem Leben 1981 selbst ein Ende.

 

Thomas Böhme zu Gast im Literaturcafé am 29.01.17

 

Am Sonntag, 29. Januar 2017 ist der Leipziger Schriftsteller Thomas Böhme zu Gast im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) in der Siegener Oberstadt. Die Lesung beginnt um 15.00 Uhr. Crauss stellt den Schriftsteller vor.

Vor 30 Jahren las Thomas Böhme auf Einladung von Wolfgang Popp zum ersten Mal in Siegen, damals ein in der DDR anerkannter und geförderter junger Lyriker, der nach ihrem Untergang wie viele in Vergessenheit geriet, obwohl er bis heute Lyrik wie Prosa schreibt und veröffentlicht. Nun kommt er nach Jahren wieder nach Siegen.

Er wird seinen neuen Gedichtband „Abdruck im Niemandswo“ vorstellen: verkarstete Landstriche, verwunschene Gegenden werden bevölkert von Streunern und Beatniks. Zwischen Patti Smith und Franz Schubert lungern in den „Freihäfen des Schlafs“ aber immer noch die Ragazzi – die Jungen – die man schon von so eigenwilligen Büchern wie „Stoff der Piloten“ oder „Die schamlose Vergeudung des Dunkels“ her kennt und liebt.

Thomas Böhme kümmert sich poetisch um Asservate alter Worte, etwa die „Löffelsprache“, und er betreibt ein heikles Handwerk, wenn er auf lyrische Weise vorsätzliche wie unglückliche Todesfälle beschreibt. Sein Werk und seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet.

Der Eintritt ist frei. Die Literaturreihe findet regelmäßig am letzten Sonntag des Monats statt und stellt in diesem Jahr „Vergessene Autorinnen und Autoren in Ost und West“ vor.

 

 

Das Dunkelcafé-Märchen am 19.01. um 19.00 Uhr im Dunkelcafé

 

Das Dunkelcafé-Märchen

Theater-Aufführung in 100% Finsternis am Donnerstag, 19. Januar 2017 um 19.00 Uhr im Dunkelcafé, Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt.

In Kooperation mit dem Gymnasium Stift Keppel wird das Dunkelcafé-Märchen „Im Spiegel der Wahrheit“ aufgeführt. Die künstlerische Leitung hat die Theaterpädagogin Barbara Friedrich. Der Eintritt ist frei.

Es geht um eine wunderschöne Prinzessin, die über Nacht ihre Schönheit verliert. Mit ihrem ständigen Begleiter, dem kleinen Hasen, versucht sie den Fluch zu brechen. Welcher Fluch eigentlich? Warum liegt da einfach so ein Werwolf rum? Was hat der Zauberlehrling damit zu tun?

Diese und andere Fragen werden beantwortet, wenn ihr mit uns in den „Spiegel der Wahrheit“ blickt. Projektleiter Jan Meyer-Krügel und das Dunkeltheater-Team freuen sich auf euren Besuch. Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW.

Dunkelcafé – 19. Januar – 19 Uhr