Kategorie-Archiv: Friedenskultur Kommunal

Entwicklung für Frieden und Gerechtigkeit

 

Bericht von der 11. Siegener Afrika-Tagung

In Siegen war der Aktionstag der Friedensbewegung am 18.11.2017 von der ganztägigen Afrika-Tagung geprägt. Zu Beginn wurde an den im Mai dieses Jahres verstorbenen Begründer der Afrika-Tagungen, Prof. Dr. Wolfgang Popp, erinnert.

„Mein Partner Wolfgang Popp wollte mit den Afrika-Tagungen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Politik auf den afrikanischen Kontinent und die großen Potentiale seiner Menschen richten. Das ist uns in diesem Jahr mit dem Thema „Entwicklung“, an dessen Planung Wolfgang Popp noch beteiligt war, in besonderem Maße gelungen, wenn man den hohen Zuspruch sieht, den die Tagung gefunden hat. Unter den Teilnehmenden waren viele, die in der Flüchtlingsarbeit engagiert sind“, sagt Bernhard Nolz vom Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK).

Die aus Afrika stammenden Referenten Samuel Konan und Dr. Boniface Mabanza, der dritte Eingeladene hatte leider kurzfristig abgesagt, waren sich einig darüber, dass die bisherige Form der staatlichen Entwicklungshilfe nicht fortgeführt werden kann, weil sie bei den Menschen in Afrika nicht ankommt. Notwendig werden afrikanische Entwicklungsbündnisse, Verhandlungen auf Augenhöhe mit allen Beteiligten sowie faire Verträge und Rückzahlungs-freie Investitionen der Industrieländer in demokratisch verwaltete Entwicklungsfonds.

Die Förderung von Frieden und Gerechtigkeit in Afrika kann nur gelingen, wenn die USA und die EU-Staaten auf wirtschaftliche und militärische Gewalteinsätze in Afrika verzichten und nicht länger den Großkonzernen das Feld zur Durchsetzung ihrer ausbeuterischen Interessen überlassen.

Die bisherige Hilfe zur Selbsthilfe ist gescheitert, weil keine strukturellen Verbesserungen erreicht werden konnten. Es darf aber auch nicht dazu kommen, dass die deutschen Regierungsprojekte wie der „Marshall-Plan für Afrika“ und „Compact mit Afrika“ verwirklicht werden, weil sie nicht so angelegt sind, dass sie die sozio-kulturellen Verhältnisse der Menschen in Afrika verbessern würden.

Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 0271-23568535

info@zfk-siegen.net www.friedenspaedagogen.de

 

Nachtrag zum 9. November: Literarische Zeitzeugen

Literarische Zeitzeugen des Holocaust

Am 9. November jeden Jahres erinnern wir uns der so genannten Reichskristallnacht, der Pogromnacht, in der die deutschen Faschisten mit der Vernichtung der europäischen Juden begannen.

Das Zentrum für Friedenskultur (ZFK) nimmt den 9. November dieses Jahres zum Anlass, auf ein Buch hinzuweisen, dass der vor einem halben Jahr verstorbene Wolfgang Popp zusammen mit Bernhard Nolz heraus gegeben hat: Leben im Zeichen von Verfolgung und Hoffnung. Jüdische Autorinnen und Autoren in der neueren deutschen Literatur (LIT Verlag Berlin 2013).

Im Buch werden 18 deutschsprachige jüdische Autorinnen und Autoren und ihre literarischen Werke mit ausführlichen Textbeispielen und biographischen Angaben vorgestellt. In unterschiedlicher Weise erzählen sie vom Leben im Zeichen von Verfolgung und Hoffnung.

Im Vorwort schreiben die Herausgeber: „Das Buch geht davon aus, dass Literatur nach wie vor ein wirksames Medium ist, Geschichte erfahrbar zu machen, historische Vorgänge verstehbar aufzuarbeiten, selbstständiges historisches Bewusstsein der Lesenden zu fördern. […] Die Autorinnen und Autoren entwickeln unterschiedliche Perspektiven auf einen zentralen Erfahrungshorizont: Die Erfahrung, als Juden den Holocaust, die Shoa, den NS-faschistischen Massenmord überlebt zu haben. Die Unterschiedlichkeit der Perspektiven ergibt sich daraus, in welchen Situationen ihnen dies Überleben gelungen ist.“

Das Buch eignet sich besonders für den Einsatz in der Schule, da es gut verständlich geschrieben ist und 18 literarische Zeitzeugen zu Wort kommen.

Mitherausgeber Bernhard Nolz, Friedens- und Zivilcourage-Preisträger, kommt auf Einladung gerne in die Schulen, um von der Entstehungsgeschichte des Buches zu berichten und einzelne Autor*innen vorzustellen. 0171-8993637, nolzpopp@web.de

 

Afrikanische Fachleute für Entwicklungszusammenarbeit in Siegen zu Gast

 

Afrikanische Fachleute für Entwicklungszusammenarbeit in Siegen zu Gast

Am Samstag, 18. November findet die Afrika-Tagung 2017 im Siegener KrönchenCenter statt (10.00 – 18.45 Uhr). Dazu hat die Veranstalter-Gemeinschaft drei afrikanische Experten als Referenten eingeladen. Sie werden ihre Sichtweisen erläutern, wie die bisherige Entwicklungshilfe gewirkt hat und was in Zukunft für eine friedliche Entwicklung in Afrika notwendig wird.

„Das kann ein spannender Tag werden, der durch Diskussionsrunden und Filme aufgelockert wird“, meint Bernhard Nolz vom Zentrum für Friedenskultur (ZFK), das zu den Veranstaltern der Afrika-Tagung gehört.

Wer authentisch etwas über Entwicklung in Afrika hören oder von eigenen Erfahrungen berichten möchte, ist herzlich zur Tagung eingeladen. Anmeldungen nimmt Bernhard Nolz telefonisch unter 0171-8993637 bis Freitag Abend entgegen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

Antikriegstag 2017

 

1. September – Antikriegstag

Für den Siegener Bernhard Nolz ist der 1. September, der Antikriegstag, ein ganz besonderer Tag. Seit 15 Jahren reist er am 1.9. nach Aachen, um an der dortigen Verleihung des Aachener Friedenspreises als Ehrengast teilzunehmen. Er selbst erhielt den Aachener Friedenspreis im Jahr 2002 für sein mutiges Eintreten für den Frieden und gegen den beginnenden Afghanistankrieg in der Folge der Anschläge vom 11. September 2001 in New York.

Kurioserweise bekam ich den Preis erst am 3. September überreicht“, erklärt Bernhard Nolz schmunzelnd, „weil der 1. September 2002 auf einen Sonntag gefallen war.“

Bernhard Nolz ist vor mehr als dreißig Jahren über eine Veranstaltung zum Antikriegstag zur gewerkschaftlichen Friedensbewegung gekommen. Der Antikriegstag beruht auf einer Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aus dem Jahr 1966. In der DDR wurde der 1. September seit den 1950-er Jahren als „Tag des Friedens“ bzw. als „Weltfriedenstag“ gefeiert.

Bernhard Nolz: „In den 1980-er Jahren lebte ich in Kiel und habe mich in der Friedensbewegung engagiert und als Lehrer in der Friedenserziehung in der Schule und in der Lehrerfortbildung betätigt. Bevor ich 1994 nach Siegen gezogen bin, war ich vier Jahre lang am SCHIFF, dem Friedensforschungsinstitut der Kieler Universität, als Friedenspädagoge beschäftigt.“

Im September gibt es noch einen weiteren Tag des Friedens. Die Vereinten Nationen (UN) haben 1981 den 21. September zum Weltfriedenstag erklärt. Und der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ruft seit 2004 für den 21.09. zum „Tag des Gebets für den Frieden“ auf. Wegen des Todes seines 1. Vorsitzenden kann das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) eine geplante Veranstaltung zum Weltfriedenstag 2017 nicht mehr verwirklichen.

Bernhard Nolz: 0171-8993637, 0271-23568535

nolzpopp@web.de

www.friedenspaedagogen.de

 

Rückkehr zur Vernunft

 

Rückkehr zur Vernunft

Mahnwache für eine atomwaffenfreie Welt wird fortgesetzt

Das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) setzt die Mahnwache für eine atomwaffenfreie Welt noch eine Woche fort.

„Die aktuellen politischen Ereignisse haben uns dazu veranlasst“, erklärt ZFK-Geschäftsführer und Friedenspreisträger Bernhard Nolz in einer Pressemitteilung des ZFK. „Die gegenseitigen Bedrohungen von USA und Nordkorea mit einem Atomschlag sind Anlass zu großer Sorge. Wir fordern von den Politikern eine Rückkehr zur Vernunft.“

Im Eingangsbereich des ZFK in der Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt können Kerzen für den Frieden aufgestellt werden und die Passanten haben Gelegenheit, den Aufruf zum Abzug der US-Atomwaffen in Büchel/Eifel zu unterzeichnen.

 

Für eine Welt ohne Atomwaffen

 

Für eine Welt ohne Atomwaffen

An die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki am 6./9. August 1945 erinnert das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK).

„Zum Gedenken an die Opfer werden wir vom 6. bis 9. August Kerzen am ZFK aufstellen“, erklärte Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger und ZFK-Geschäftsführer.

Er erinnert daran, dass die Friedensbewegung seit langem von der Bundesregierung fordert, den Vertrag mit den USA über die Lagerung von Atombomben in Büchel/Eifel aufzukündigen.

Nur so kann verhindert werden, dass im Kriegsfall deutsche Kampfflugzeuge diese Atombomben über Europa abwerfen.

„Mit der Mahnwache soll auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Bundesregierung sich weigert, dem Vertrag zum Verbot von Atomwaffen vom Juli dieses Jahres beizutreten.

Dieses Spiel mit dem atomaren Feuer ist unverantwortlich.

Von einer Friedenspolitik ist bei der Bundesregierung und den sie tragenden Parteien nichts zu erkennen.

Der „ Hiroshima-Gedenktag“ ist der richtige Anlass, von den Politiker*innen in aller Welt zu verlangen, dass sie den Frieden mit friedlichen Mittel durchsetzen“, sagt Bernhard Nolz, der auch Bundessprecher der Pädagog*innen für den Frieden ist.

nolzpopp@web.de, 0171-8993637, 0271-23568535

 

Literaturcafé – Arbeitswelt-Autor Erasmus Schöfer und Erinnerung an Wolfgang Popp

 

Literaturcafé – Arbeitswelt-Autor Erasmus Schöfer

Die Kinder des Sisyfos“, die umfangreiche Ro­man-Tetralogie des Autors Erasmus Schöfer (*1931) stellt Ma­rianne Walz, Vorsitzende des „Freundeskreises Erasmus Schöfer“, am Sonntag, 28. Mai 2017 um 15.00 Uhr im Literaturcafé im Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) vor.

Zugleich wird an den Gründer und Organisator des Literaturcafés am Sonntag Nachmittag, Prof. Dr. Wolfgang Popp, erinnert, der Anfang Mai 2017 kurz vor Vollendung des 82. Lebensjahres an einer Krebserkrankung verstorben ist. „Die Kinder des Sisyfos“ hat Wolfgang Popp regelrecht verschlungen, verband ihn doch mit dem Autor Erasmus Schöfer der Kampf gegen die Notstandsgesetze, das Engagement in der Friedensbewegung und die politischen Aktivitäten in der Gewerkschaftsbewegung.

Schöfer,einer der Mitbegründer des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“, beschreibt in vier umfangreichen Romanen die sozialen Bewegungen in der BRD vom vergeblichen Widerstand gegen die Not­standsgesetze wie dem erfolgreichen Kampf gegen das Atomkraftwerk in Whyl im Jahr 1968 bis zum Wi­derstand gegen die Startbahn West und dem Ende des „Realsozialismus“ in der DDR Ende 1989.

Seine exemplarischen Hauptfiguren – der Historiker Bliss, den ein Berufsverbot aus der Bahn wirft, und seine Frau Lena, die von der Kostümschneiderin zur Theaterregisseurin aufsteigt, der Gewerkschaf­ter und Betriebsratsvorsitzende Anklam und der Journalist einer linken Zeitung, Kolenda – bewegen sich mit ihren privaten, beruflichen wie erotischen, und politischen, stets engagierten Wünschen und Vorstellungen in diesem Auf und Ab von Gesell­schaftsveränderungen glaubwürdig zwischen Ent­täuschungen und Zukunftshoffnung.

Einen wesentlichen Grund für die Vernachlässigung dieses Autors in der öffentlichen Aufmerksamkeit sieht Marianne Walz u.a. darin, dass im „gegenwär­tige Wirtschaftssystem die Priorität eher beim mer­kantilen Gewinn“ liege als bei den Menschen. Die in der DDR sozialisierte Referentin vermittelt sicher einen besonderen Blick auf das Werk des westdeutschen Autors, der west­deutsche Zustände beschreibt.

Bernhard Nolz, 0171-8993637, nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

 

Wolfgang Popp ist tot

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

Wolfgang Popp ist tot.

Am Abend des 5. Mai 2017 ist er zu Hause sanft entschlafen. Der Speiseröhrenkrebs ließ es ihn nicht erstrebenswert erscheinen, den 82. Geburtstag am 3. Juni zu erleben. Jan und ich haben es die letzten Monate geschafft, dass er mit wachem Bewusstsein am Geschehen im Hause und in der Stadt teilnehmen konnte.

Wolfgang ist mit seinem Leben sehr zufrieden gewesen, und ich bin bei aller Trauer froh über 25 Jahre glücklicher Gemeinsamkeit. Es wird nicht leicht werden, sein Lebenswerk fortzuführen.

Wolfgangs Wunsch entsprechend, findet die Urnenbestattung im Siegener Friedhofswald im engsten Familienkreis statt.

Es ist Wolfgangs Wunsch, dass Familienangehörige, Freund*innen und Bekannte zu einer Erinnerungs- und Abschiedsfeier zusammenkommen, die von den Teilnehmenden mitgestaltet wird.

Die Einladungen zur Abschiedsfeier werden – sobald ein Termin gefunden ist – versandt.

Wir werden Spenden sammeln für den Erhalt des Dunkelcafés und des Zentrums für Friedenskultur (ZFK), zwei Bildungseinrichtungen, die von Wolfgang Popp entscheidend geprägt und großzügig gesponsert wurden.

Ich freue mich darauf, euch bald zu sehen oder von euch zu hören.

Bernhard Nolz

Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 0271-20596/-23568535, 0171-8993637, nolzpopp@web.de

 

Literaturcafé im Zeichen des 1. Mai

 

Literaturcafé im Zeichen des 1. Mai

Die beiden nächsten Veranstaltungen des Literaturcafés am Sonntag Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) stehen ganz im Zeichen des 1. Mai, dem Tag der Arbeit.

Am 30. April um 15.00 Uhr wird der Schriftsteller Oskar Maria Graf (1894 – 1967) vorgestellt. Graf engagierte sich bis 1933 in sozialistischen und anarchistischen Reformbewegungen und Schriftstellerorganisationen. Im 1. Weltkrieg simulierte er eine Kriegsneurose und wurde aus der Armee entlassen. Die Nazis forderte er auf „Verbrennt mich!“, was sie mit seinen Bücher auch taten. Graf emigrierte in die USA, wo er für seinen kompromisslosen Pazifismus geehrt wurde.

Das Literaturcafé im ZFK steht in der Tradition von Herrschaftskritik und Widerstand“, erklärt ZFK-Geschäftsführer und Friedenspreisträger Bernhard Nolz. „Von Anfang an galt der Kampf der Arbeiterbewegung nicht nur der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern immer auch dem Frieden in der Welt.“

Darauf Bezug nehmend, wird am 28. Mai um 15.00 Uhr der Schriftsteller Erasmus Schöfer (*1931) vorgestellt. Schöfer engagierte sich ab 1965 gegen die Notstandsgesetze und in der Ostermarschbewegung. 1969 war er Mitbegründer des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt, dessen Sprecher er bis 1973 war.

Am 28. Mai steht Erasmus Schöfers dreibändiger Roman „Die Kinder des Sisyfos“ im Mittelpunkt. Schöfer beschreibt darin die sozialen Bewegungen in der BRD vom vergeblichen Widerstand gegen die Not­standsgesetze wie dem Erfolg gegen das Atomkraftwerk in Whyl im Jahr 1968 bis zum Wi­derstand gegen die Startbahn West und dem Ende des „Realsozialismus“ in der DDR 1989.

Bernhard Nolz: „Die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem literarischen Werk von Oskar Maria Graf und Erasmus Schöfer stellt aus Sicht des ZFK eine spannende und Erkenntnis-reiche Ergänzung zu den politischen Kundgebungen am 1. Mai in Siegen dar.“

Das Literaturcafé findet im ZFK, Kölner Str. 11, statt. Der Eintritt ist frei.

Aus dem Bündnis „Roter 1. Mai“ wurde das ZFK ausgeschlossen und Bernhard Nolz wurde dort Redeverbot erteilt, weil das ZFK in seinen Räumen „entartete, Israel-kritische Kunst“ gezeigt haben soll.

Info: 0171-8993637

 

Literaturcafé am 30. April: Oskar Maria Graf- „Verbrennt mich!“

 

Literaturcafé – Oskar Maria Graf- „Verbrennt mich!“

Im Literaturcafé am Sonntag, 30. April 2017 um 15.00 Uhr stellt Peter Schmöle den Schriftsteller Oskar Maria Graf (1894 – 1967) vor. Der Vortrag findet statt im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt.

Oskar Maria Graf gilt sein Leben lang als exotischer Einzelgänger, obwohl er drei Mal verheiratet und als freiwilliger US-amerikani­scher Emigrant und seit 1957 Staatsbürger, von stetem Heimweh nach seiner urbayrischen Her­kunft geplagt war. Am Starnberger See in eine Bäckersfamilie geboren, flieht er mit 17 Jahren nach München, wo er sofort in der sozialistischen Boheme aufgeht.

Dass 1933 seine Schriften von den Nazis nicht wie die gleichgesinnter Schriftsteller auf den Scheiter­haufen geworfen werden, empört ihn so, dass er ein Pamphlet veröffentlicht, das mit den Worten be­ginnt „Verbrennt mich!“. Das geschieht dann 1934 tatsächlich mit seinen Büchern in einer Extra-Akti­on, während er über verschiedene europäische Länder schließlich in den USA landet. Er bleibt dort, wie schon in den 20-er Jahren, literarisch außeror­dentlich produktiv, wobei seine Bücher meist aus stark autobiographischen Quellen gespeist sind.

1960 erhält er wegen seiner kompromisslos pazifis­tischen Haltung von der Universität Detroit die Eh­rendoktorwürde verliehen. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges unternimmt er noch einige viel beach­tete Lesereisen durch verschiedene europäische Länder.Doch als er 1967 in New York stirbt, wird er schnell vergessen. Erst seit 2009 erinnert ein klei­ner Verlag durch den Neudruck einiger seiner Wer­ke wieder an ihn.
Der Eintritt ist frei.