Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung

Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung

Am Donnerstag, 4.12.2015 kamen rund 650 Oberstufen-SchülerInnen der Siegener Gymnasien und Gesamtschulen am Siegener Rathaus zusammen, um für „Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung“ zu demonstrieren.
Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger, wendet sich in einem Offenen Brief an das „Aktionsbündnis Siegener SchülerInnen“.
Offener Brief
Liebe Schülerinnen und Schüler! Da ich in Sichtweite zum Kornmarkt wohne und als pensionierter Lehrer gerade Zeit hatte, habe ich mich unter euch gemischt, um auf diese Weise meine Solidarität mit eurer Aktion auszudrücken.
Leider wurden keine Flugblätter verteilt, aus denen Näheres hätte hervorgehen können. Hat es sich um eine Spontanaktion gehandelt oder bildet die Thematik einen Schwerpunkt in der Oberstufenarbeit der Siegener Gymnasien und Gesamtschulen?
Die sehr persönlich gehaltene Rede einer Schülervertreterin fand eure Zustimmung. Vielleicht könnt ihr verstehen, dass mir ein Protest gegen die aktuelle deutsche Kriegsbeteiligung in Syrien, Afghanistan, Mali … gefehlt hat.
Was hätte auf der Kundgebung in Bezug auf das Motto „Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung“ außerdem gesagt werden können?
Der Frieden soll mit friedlichen Mitteln erreicht werden.
Freiheit heißt, dass jeder Mensch überall das „Recht zu bleiben“ und das „Recht zu gehen“ haben soll.
Das Recht auf Selbstbestimmung des syrischen Volkes und aller anderen Völker muss respektiert werden.
Oder was fällt euch zu den drei Stichwörtern ein?
Bernhard Nolz, Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt, nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

Rosa Luxemburg im Literaturcafé

Rosa Luxemburg – aktuell wie nie!
Am Sonntag, 20. Dezember 2015 um 15.00 Uhr stellt Prof. Dr. Bernd Fichtner Leben und Wirken von Rosa Luxemburg vor. Der Vortrag findet im Rahmen des Literaturcafés am Sonntag Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt.
Wie kein anderer Politiker der Weimarer Republik stand diese Frau im Widerstand zu den Kriegsplänen der Zeit, die schließlich zum 2. Weltkrieg führten. Ihr Widerstand wird heute wieder aktuell angesichts immer abenteuerlicherer Kriegseinsätze auch des deutschen Militärs. Die ökonomisch gesellschaftlichen Analysen und die politisch zeitkritischen Aufsätze der Sozialistin und Friedenskämpferin Rosa Luxemburg (1871 – 1919) werden im Vortrag analysiert und kritisiert.
Rosa Luxemburg wurde als Kind wohlhabender jü­discher Eltern im polnischen Zamosc geboren. Wegen ihrer scharfen kriti­schen Aufsätze war sie vielfach angefeindet und verbrachte mehrere Jahre im Gefängnis. 1919 wird sie von rechtsradikalen Freikorps-Angehörigen in Berlin ermordet und in den Landwehrkanal geworfen.
Mit dem Vortag über Rosa Luxemburg geht die Vortragsreihe 2015 im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag im ZFK zu Ende. Sie steht unter dem Motto “Revolutionärinnen und Revolutionäre” und ist den besonderen Widerständlern unter den Autorinnen und Autoren gewidmet. Sie reichte von dem frühen Aufklärer Denis Diderot über Pierre Paulo Pasolini bis zu dem immer noch im Gefängnis sitzenden afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu Jamal. Die Vortragsreihe 2015 wird von der Universitätsstadt Siegen gefördert.
Wolfgang Popp