Literaturcafé im Zeichen des 1. Mai

 

Literaturcafé im Zeichen des 1. Mai

Die beiden nächsten Veranstaltungen des Literaturcafés am Sonntag Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) stehen ganz im Zeichen des 1. Mai, dem Tag der Arbeit.

Am 30. April um 15.00 Uhr wird der Schriftsteller Oskar Maria Graf (1894 – 1967) vorgestellt. Graf engagierte sich bis 1933 in sozialistischen und anarchistischen Reformbewegungen und Schriftstellerorganisationen. Im 1. Weltkrieg simulierte er eine Kriegsneurose und wurde aus der Armee entlassen. Die Nazis forderte er auf „Verbrennt mich!“, was sie mit seinen Bücher auch taten. Graf emigrierte in die USA, wo er für seinen kompromisslosen Pazifismus geehrt wurde.

Das Literaturcafé im ZFK steht in der Tradition von Herrschaftskritik und Widerstand“, erklärt ZFK-Geschäftsführer und Friedenspreisträger Bernhard Nolz. „Von Anfang an galt der Kampf der Arbeiterbewegung nicht nur der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern immer auch dem Frieden in der Welt.“

Darauf Bezug nehmend, wird am 28. Mai um 15.00 Uhr der Schriftsteller Erasmus Schöfer (*1931) vorgestellt. Schöfer engagierte sich ab 1965 gegen die Notstandsgesetze und in der Ostermarschbewegung. 1969 war er Mitbegründer des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt, dessen Sprecher er bis 1973 war.

Am 28. Mai steht Erasmus Schöfers dreibändiger Roman „Die Kinder des Sisyfos“ im Mittelpunkt. Schöfer beschreibt darin die sozialen Bewegungen in der BRD vom vergeblichen Widerstand gegen die Not­standsgesetze wie dem Erfolg gegen das Atomkraftwerk in Whyl im Jahr 1968 bis zum Wi­derstand gegen die Startbahn West und dem Ende des „Realsozialismus“ in der DDR 1989.

Bernhard Nolz: „Die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem literarischen Werk von Oskar Maria Graf und Erasmus Schöfer stellt aus Sicht des ZFK eine spannende und Erkenntnis-reiche Ergänzung zu den politischen Kundgebungen am 1. Mai in Siegen dar.“

Das Literaturcafé findet im ZFK, Kölner Str. 11, statt. Der Eintritt ist frei.

Aus dem Bündnis „Roter 1. Mai“ wurde das ZFK ausgeschlossen und Bernhard Nolz wurde dort Redeverbot erteilt, weil das ZFK in seinen Räumen „entartete, Israel-kritische Kunst“ gezeigt haben soll.

Info: 0171-8993637

 

Literaturcafé am 30. April: Oskar Maria Graf- „Verbrennt mich!“

 

Literaturcafé – Oskar Maria Graf- „Verbrennt mich!“

Im Literaturcafé am Sonntag, 30. April 2017 um 15.00 Uhr stellt Peter Schmöle den Schriftsteller Oskar Maria Graf (1894 – 1967) vor. Der Vortrag findet statt im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt.

Oskar Maria Graf gilt sein Leben lang als exotischer Einzelgänger, obwohl er drei Mal verheiratet und als freiwilliger US-amerikani­scher Emigrant und seit 1957 Staatsbürger, von stetem Heimweh nach seiner urbayrischen Her­kunft geplagt war. Am Starnberger See in eine Bäckersfamilie geboren, flieht er mit 17 Jahren nach München, wo er sofort in der sozialistischen Boheme aufgeht.

Dass 1933 seine Schriften von den Nazis nicht wie die gleichgesinnter Schriftsteller auf den Scheiter­haufen geworfen werden, empört ihn so, dass er ein Pamphlet veröffentlicht, das mit den Worten be­ginnt „Verbrennt mich!“. Das geschieht dann 1934 tatsächlich mit seinen Büchern in einer Extra-Akti­on, während er über verschiedene europäische Länder schließlich in den USA landet. Er bleibt dort, wie schon in den 20-er Jahren, literarisch außeror­dentlich produktiv, wobei seine Bücher meist aus stark autobiographischen Quellen gespeist sind.

1960 erhält er wegen seiner kompromisslos pazifis­tischen Haltung von der Universität Detroit die Eh­rendoktorwürde verliehen. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges unternimmt er noch einige viel beach­tete Lesereisen durch verschiedene europäische Länder.Doch als er 1967 in New York stirbt, wird er schnell vergessen. Erst seit 2009 erinnert ein klei­ner Verlag durch den Neudruck einiger seiner Wer­ke wieder an ihn.
Der Eintritt ist frei.