Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

 

Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

(27. Januar: deutscher Gedenktag, Gedenktag der Vereinten Nationen (UN)

Erinnerung an eine jüdische Autorin

Zum Gedenktag erinnert das Zentrum für Friedenskultur Siegen an die jüdische Autorin Grete Weil (1906 – 1999).

Unter der Überschrift „Meine Krankheit heißt Auschwitz“ werden Leben und Werk der Schriftstellerin Grete Weil in dem Buch „Leben im Zeichen von Verfolgung und Hoffnung. Jüdische Autorinnen und Autoren in der neueren deutschen Literatur“ vorgestellt. Herausgeber des 2013 im LIT-Verlag Münster erschienenen Buches sind Bernhard Nolz und Wolfgang Popp. Es ist Band 5 der Reihe „Friedenskultur in Europa“. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.

Bernhard Nolz: „Die 18 im Buch vorgestellten jüdischen Autorinnen und Autoren sind Zeitzeugen des Holocaust. Ihre literarische Zeugenschaft besteht ewig.“

Meine Krankheit heißt Auschwitz, mit der ich leben muss und sterben werde“, sagt Grete Weil immer wieder.

Wie kein anderes Werk der Nachkriegsliteratur thematisieren die Romane Grete Weils das Nachleben des Nationalsozialismus in der bundesdeutschen Gesellschaft als Kondition eines schwierigen Weiterlebens jüdischer Überlebender nach 1945 in West-Deutschland. In einem assimilierten wohlhabenden bürgerlichen Elternhaus in München aufgewachsen, verbringt sie die NS-Zeit in Holland, zuletzt im Untergrund.

In ihrem bedeutendsten Roman „Der Brautpreis“ arbeitet sie in der Konfrontation mit der biblischen Frau Michal des israelischen König Davids ihre eigenen jüdischen Wurzeln auf.

Der 2017 verstorbene Prof. Wolfgang Popp hatte im März 2013 einen Vortrag über Grete Weil gehalten. Seine Ausführungen begann er mit folgenden Sätzen: „Wir haben die Veranstaltungsreihe „Jüdische Autorinnen und Autoren“ bewusst für das 1. Halbjahr des Jahres 2013 konzipiert. Mit der Machtübergabe an Hitler vor 80 Jahren am 30. Januar 1933 begann der Leidensweg der deutschen und europäischen Juden. Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich mit dem Thema, wie jüdische Autorinnen und Autoren ihre Erfahrungen in der Nazi-Diktatur und im neuen Deutschland nach 1945 verarbeitet haben. Grete Weil hat darüber faszinierende Texte geschrieben. Deshalb freue ich mich darauf, sie am 3. März vorzustellen.“

Den Buchtext von Wolfgang Popp über Grete Weil findet man auf der Internetseite: www.friedenspaedagogen.de

 

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