Kategorie-Archiv: Friedenskultur Kommunal

Literaturcafé mit Jean-Baptiste Molière

Literaturcafé am Sonntag 20. März 2016
Der französische Autor Jean-Baptiste Molière (1622 – 1673) wird am Sonntag, 20. März 2016 um 15.00 Uhr im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag von Jürgen Simon vorgestellt.
Das Literaturcafé im Zentrum für Friedenskultur, Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt feiert im Jahr 2016 sein 10-jähriges Bestehen mit einer Lesereihe unter dem Motto „Kritiker der Gesellschaft – Literatur für Liebhaber“.
Jean-Baptiste Molière, der Lieblingsautor von Jürgen Simon, gehört zu den Gesellschaftskritikern des 17. Jahrhunderts. Als Autor, Schauspieler, Sänger,Tänzer und Schauspieldirektor spielte er von 1645 bis 1658 mit seinem “Illustren Theater” in den französischen Provinzen.
Diese Erlebnisse und Erkenntnisse befähigten ihn zur Kritik an Klerus, Staat, Höflingen und Adel. Er zog sich die Feindschaft der Devoten, des Adels und der Königin zu. Erst deren Sohn, Ludwig XIV., favorisierte ihn und ernannte die Truppe 1665 zur “Theatertruppe des Königs”.
Kein anderer französischer Klassiker wird heute noch so oft aufgeführt wie Molière. In Meisterwerken wie “Der Menschenfeind” oder “Schule der Frauen” erkennt man den Repräsentanten für die frühe Aufklärung, Freiheit, Kritik, Genie, Menschenfreundlichkeit und das Eintreten für die Emanzipation der Frauen.

Literaturcafé am 28.02.16 – Josef Roth – verzweifelt heimatlos

Literaturcafé am 28.02.16 – Josef Roth – verzweifelt heimatlos
Der Schriftsteller Joseph Roth – (1894 – 1939) wird am 28. Februar 2016 um 15.00 Uhr im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag von Peter Schmöle vorgestellt.
Veranstaltungsort ist das Zentrum für Friedenskultur (ZFK) in der Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt.
Die Romane von Josef Roth sind auch heute noch lesenswert, ja höchst aktuell. In Mehreren geht es um Flüchtlinge, um die Schicksale von Menschen, die ihre Heimat und damit auch ihre Orientierung und den Lebenssinn verloren haben. Auch Roths wohl bekanntester Roman „Radetzkymarsch“ (1932) wird im Literaturcafé vorgestellt.
„Es kommt nicht auf die Wirklichkeit an, sondern auf die innere Wahrheit.“ Dieser Ausspruch Joseph Roths galt nicht nur für seine schriftstellerischen, sondern in gleichem Maß für seine zahlreichen journalistischen Arbeiten. Als einer der bekanntesten Journalisten der 1920-er Jahre genoss er hohes Ansehen in der westlichen Welt, war aber innerlich zerrissen zwischen seiner jüdischen Herkunft und seinem untergegangenen Heimatland Österreich-Ungarn. In vielen seiner Romanen schildert er trauervoll dessen Niedergang. 1933 in die Emigration gezwungen, blieb er zwar literarisch produktiv, aber erlitt immer mehr Schicksalsschläge, die ihn am Leben verzweifeln ließen. Er starb alkoholsüchtig und verarmt 1939 in einem Pariser Armenhospital.
Das Literaturcafé bietet zur Lesung warme und kalte Getränke und Kuchen zu günstigen Preisen.
Auskunft erteilt Wolfgang Popp (0271-20596) www.friedenspaedagogen.de

Literarische Ehrung für Ruth Klüger durch Siegener Friedenspädagogen

Literarische Ehrung für Ruth Klüger durch Siegener Friedenspädagogen
Als bekannt wurde, dass Ruth Klüger in der Gedenkstunde des Bundestages am 27. Januar 2016 anlässlich des Holocausttages eine Rede halten würde, horchten die Siegener Friedenspädagogen Wolfgang Popp und Bernhard Nolz auf. Hatten sie doch der KZ-Überlebenden Ruth Klüger zusammen mit 17 weiteren jüdischen Autorinnen und Autoren eine Art literarisches Denkmal in ihrem Buch „Leben im Zeichen von Verfolgung und Hoffnung“ gesetzt, das 2013 erschien.
Ruth Klüger, die 84-jährige US-amerikanische jüdische Germanistik-Professorin, überlebte als Kind die Konzentrationslager von Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Christianstadt. Erst 1992 war sie in der Lage, ihre Kindheitserinnerungen an die KZ-Zeit in ihrem Buch „Weiter leben“ zu schildern. Beeindruckend ist auch ihr Kampf um eine neue Existenz in den USA als Überlebende, Wissenschaftlerin und Feministin.
In ihrer Rede im Bundestag widmet sich die Betagte vor allem der Erinnerung an ihre Zwangs- und Fronarbeit als 13-jährige im KZ Christianstadt. Damit eröffnet sie eine neue Perspektive auf diese Wirklichkeit der barbarischen Naziherrschaft: Ausführlicher als in ihrem Buch stellt sie die Frauenzwangsarbeit in die Nähe des Todes durch Versagen der Kräfte, durch Verhungern oder Erfrieren. Während männliche Zwangsarbeiter immer noch eine gewisse Hoffnung auf Zukunft haben konnten durch die Unentbehrlichkeit ihrer Fachkenntnisse, waren die meist ungelernten, auf Hausarbeit festgelegten Frauen „wertlos, die Ausbeuter konnten sich immer noch mehr beschaffen. Sie hatten ja so viel ‘Menschenmaterial’, wie sie es nannten, dass sie es wortwörtlich verbrennen konnten. Und erst recht die Frauen!“
Und Ruth Klüger erinnert sich: „Wenn die deutsche Zivilgesellschaft später beteuerte, sie hätte nichts über den Massenmord gewusst, so kann man darüber streiten, ob das stimmt, doch die massenhafte Ausbeutung durch Zwangsarbeit war sehr wohl bekannt.“
Ruth Klüger weiß um die vielfachen Erzählungen der Kinder der NS-Tätergeneration, in deren Familien und Betrieben solche fremdländischen Zwangsarbeiter tätig waren, an die sie sich sogar manchmal mit Zuneigung erinnerten.
„Die wohlmeinenden Erzähler wussten nicht, oder wollten nichts wissen, von der wachen Zurückhaltung, dem Misstrauen, der Verachtung oder dem Neid, der Über- oder Unterschätzung des Feindes, die in diesen unbezahlten Haushaltshilfen gesteckt haben muss“, sagt Ruth Klüger.
Auch Wolfgang Popp (80) erinnert sich an eine solche, von den Kindern geliebte Haushaltshilfe, ein zwangsverpflichtetes russisches Mädchen: „Sie wurde nach dem Krieg in einem von den Amerikanern aufgelassenen örtlichen Gefangenenlager von ihren eigenen Volksgenossen als „Verräterin“ erschlagen. Meine Mutter schwieg zu den Umständen ihrer Beschäftigung wie zu denen ihres Todes.“
Wer über das Leben und das literarische Werk von Ruth Klüger im zusammengefasster Form etwas lesen möchte, dem sei das Buch „Leben im Zeichen von Verfolgung und Hoffnung. Jüdische Autorinnen und Autoren in der neueren deutschen Literatur“ von Bernhard Nolz und Wolfgang Popp (Hrsg.) empfohlen. 2013 in Münster (LIT Verlag) erschienen, 302 Seiten, im Buchhandel erhältlich.
In dem Band wird auch der jüdische Autor Edgar Hilsenrath porträtiert, dessen bekanntester Roman „Der Nazi & der Frisör“ gerade in einer Bühnenfassung im FreienWerkstattTheater Köln gezeigt wird. Am Sonntag, 31. Januar 2016 um 15.00 Uhr stellt Bernhard Nolz den Autor Edgar Hilsenrath und seine Romane im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt vor. Der Eintritt ist frei.

Zehn Jahre Literaturcafé am Sonntag Nachmittag im ZFK

Zehn Jahre Literaturcafé am Sonntag Nachmittag im ZFK
Das Literaturcafé am Sonntag Nachmittag wird seit 10 Jahren im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) durchgeführt. Das Jubiläumsthema fürs Jahr 2016 lautet: Kritiker der Gesellschaft – Literatur für Liebhaber.
Die Lesereihe beginnt am Sonntag, 31. Januar 2016 um 15.00 Uhr im ZFK, Kölner Str. 11, Siegener Oberstadt. Unter dem Motto „Solange ich rede, bin ich noch nicht tot“ stellt Bernhard Nolz den jüdischen Schriftsteller Edgar Hilsenrath (geb. 1926) vor.
Edgar Hilsenrath ist ein Satiriker. Die Satire lebt von der Übertreibung, sie verzerrt die Sachverhalte und deckt herrschende Widersprüche und Wertvorstellungen auf und gibt sie der Lächerlichkeit preis. Aber die Satire lässt auch immer – mehr oder weniger deutlich – den positiven Idealzustand durchscheinen, der erreicht werden möchte und an dem das Bestehende gemessen wird.
Edgar Hilsenrath war einer der ersten Autoren, die die Gräuel des Holocaust literarisch satirisch aufgearbeitet haben. Das hat ihm viel Kritik, aber auch Anerkennung eingebracht. U.a. wird sein satirischer Roman „Der Nazi & der Friseur vorgestellt. Edgar Hilsenrath schreibt gegen Menschenverachtung und Unterdrückung an und stellt in seinen Romanen das im Gegensatz zum Kapitalismus stehende jüdische Menschenbild zur Diskussion, wohl wissend, dass es sich um eine Vision handelt.
Im Literaturcafé wurden schon immer Autorinnen und Autoren vorgestellt, die sich mehr oder weniger kritisch mit ihrer jeweiligen Gesellschaft auseinandersetzten.
Aber im Jubiläumsjahr sind die ReferentInnen aufgefordert, einen Autor oder eine Autorin ihrer besonderen Wahl vorzustellen, deren/dessen Einstellungen sie sich selbst besonders verbunden fühlen. Damit kommt auch eine wichtige Funktion von Literatur zum Tragen: ihr Beitrag zur friedlichen Veränderung der Gesellschaft.
In diesem Sinne rechnen die Veranstalter Prof. Dr. Wolfgang Popp und Bernhard Nolz mit dem Interesse vieler Liebhaber/innen von gesellschaftskritischer Literatur und sind gespannt, wie KritikerInnen und LiebhaberInnen zusammenfinden.

COMEDY-SHOW: Lachen erlaubt! Sehenswertes für die Sinne

COMEDY-SHOW: Lachen erlaubt! Sehenswertes für die Sinne
Zu einem Theaterereignis der besonderen Art lädt das Dunkelcafé Siegen am 14. und 15. Januar 2016, jeweils 19.00 Uhr, ein: Eine Comedy-Show im Dunkeln mit dem Titel „Lachen erlaubt!
Die Theateraufführung ist im Rahmen des Inklusionsprojekts „Inklusive dir und mir“ in einer Kooperation vom Dunkelcafé Siegen, Gymnasium Stift Keppel sowie BewohnerInnen der AWO Wohnstätte Ginsterhang entstanden. Die Leitung hat die Theaterpädagogin Barbara Friedrich.
In diesem Jahr haben sich die Teilnehmer/innen dem Lachen verschrieben: Was ist lustig, auch wenn man nichts sieht? Wann sind wir in unserem Lachen vereint?
Die Teilnehmer erarbeiteten ein „noch nie gesehenes“ Comedy-Programm, in dem die Sinne nicht zu kurz kommen. Die Jugendlichen waren in ihrer Wahl, was sie für lustig befinden und was sie zeigen wollen, völlig frei. Dadurch ist die Comedy-Show „Sehenswertes für ihre Sinne“ zu einem bunt gemischten Programm zwischen Absurdität und Alltagsproblemen geworden. Die Grenzen zwischen beidem sind fließend.
14. Januar 2016 um 19.00 Uhr im Dunkelcafé Siegen, Kölner Straße 11, Siegen-Oberstadt
15. Januar 2016 um 19.00 Uhr im Dunkelcafé Siegen, Kölner Straße 11, Siegen-Oberstadt
Das Projekt „Inklusive dir und mir“ findet bereits zum zweiten Mal im Dunkelcafé statt und wird durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalens im Rahmen des Kinder- und Jugendförderplan 2015 gefördert.
www.dunkelcafe-siegen.de

Tornado-Kriegseinsätze in Syrien stoppen!

Tornado-Kriegseinsätze in Syrien stoppen!
Seit vergangenem Freitag sind deutsche Tornados im Kriegseinsatz in Syrien und in der Türkei. Die Forderung der Friedensbewegung nach einem sofortigen Stopp der deutschen Kriegsbeteiligung im Nahen Osten wird auch vom Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) unterstützt.
„Will die Bundesregierung mit den Angriffen noch mehr Flüchtlinge nach Europa treiben?“, fragt Friedenspreisträger Bernhard Nolz. „Statt das syrische Volk zu bombardieren, sollten deutsche Bundeswehr-Piloten tägliche Flüge mit Hilfsgütern und Medikamenten für die notleidende Zivilbevölkerung durchführen“, schlägt Nolz vor.
Auch der Forderung der Friedensbewegung nach einem sofortigen und endgültigen Stopp von deutschen Waffenlieferungen an die Staaten des Nahen und Mittleren Osten (z.B. Saudi-Arabien, Katar) schließt sich das Siegener ZFK an und unterstützt das Verlangen, den Frieden mit friedlichen Mitteln, d.h. mit Verhandlungen und gegenseitigen Hilfsmaßnahmen erreichen zu wollen.
Bernhard Nolz: „Als Friedenspädagoge geht es mir besonders um das Leid der Kinder im Krieg. Wie kann eine Bundesregierung vor der Not der Kinder und ihrer Familien in der gesamten Region die Augen verschließen, die notwendige Hilfe unterlassen und stattdessen Militäreinsätze fliegen, Waffen zum Kriegführen schicken und Embargos zum Verhungern organisieren?“

Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung

Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung

Am Donnerstag, 4.12.2015 kamen rund 650 Oberstufen-SchülerInnen der Siegener Gymnasien und Gesamtschulen am Siegener Rathaus zusammen, um für „Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung“ zu demonstrieren.
Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger, wendet sich in einem Offenen Brief an das „Aktionsbündnis Siegener SchülerInnen“.
Offener Brief
Liebe Schülerinnen und Schüler! Da ich in Sichtweite zum Kornmarkt wohne und als pensionierter Lehrer gerade Zeit hatte, habe ich mich unter euch gemischt, um auf diese Weise meine Solidarität mit eurer Aktion auszudrücken.
Leider wurden keine Flugblätter verteilt, aus denen Näheres hätte hervorgehen können. Hat es sich um eine Spontanaktion gehandelt oder bildet die Thematik einen Schwerpunkt in der Oberstufenarbeit der Siegener Gymnasien und Gesamtschulen?
Die sehr persönlich gehaltene Rede einer Schülervertreterin fand eure Zustimmung. Vielleicht könnt ihr verstehen, dass mir ein Protest gegen die aktuelle deutsche Kriegsbeteiligung in Syrien, Afghanistan, Mali … gefehlt hat.
Was hätte auf der Kundgebung in Bezug auf das Motto „Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung“ außerdem gesagt werden können?
Der Frieden soll mit friedlichen Mitteln erreicht werden.
Freiheit heißt, dass jeder Mensch überall das „Recht zu bleiben“ und das „Recht zu gehen“ haben soll.
Das Recht auf Selbstbestimmung des syrischen Volkes und aller anderen Völker muss respektiert werden.
Oder was fällt euch zu den drei Stichwörtern ein?
Bernhard Nolz, Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt, nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

Rosa Luxemburg im Literaturcafé

Rosa Luxemburg – aktuell wie nie!
Am Sonntag, 20. Dezember 2015 um 15.00 Uhr stellt Prof. Dr. Bernd Fichtner Leben und Wirken von Rosa Luxemburg vor. Der Vortrag findet im Rahmen des Literaturcafés am Sonntag Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt.
Wie kein anderer Politiker der Weimarer Republik stand diese Frau im Widerstand zu den Kriegsplänen der Zeit, die schließlich zum 2. Weltkrieg führten. Ihr Widerstand wird heute wieder aktuell angesichts immer abenteuerlicherer Kriegseinsätze auch des deutschen Militärs. Die ökonomisch gesellschaftlichen Analysen und die politisch zeitkritischen Aufsätze der Sozialistin und Friedenskämpferin Rosa Luxemburg (1871 – 1919) werden im Vortrag analysiert und kritisiert.
Rosa Luxemburg wurde als Kind wohlhabender jü­discher Eltern im polnischen Zamosc geboren. Wegen ihrer scharfen kriti­schen Aufsätze war sie vielfach angefeindet und verbrachte mehrere Jahre im Gefängnis. 1919 wird sie von rechtsradikalen Freikorps-Angehörigen in Berlin ermordet und in den Landwehrkanal geworfen.
Mit dem Vortag über Rosa Luxemburg geht die Vortragsreihe 2015 im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag im ZFK zu Ende. Sie steht unter dem Motto “Revolutionärinnen und Revolutionäre” und ist den besonderen Widerständlern unter den Autorinnen und Autoren gewidmet. Sie reichte von dem frühen Aufklärer Denis Diderot über Pierre Paulo Pasolini bis zu dem immer noch im Gefängnis sitzenden afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu Jamal. Die Vortragsreihe 2015 wird von der Universitätsstadt Siegen gefördert.
Wolfgang Popp

Siegener Afrika-Tagung 2015 – Migration in Afrika

Siegener Afrika-Tagung 2015
Migration in Afrika
6./7. November 2015
Volkshochschule Siegen, KrönchenCenter, Markt 25, 57072 Siegen

Migration in Afrika
Hört man heute den Begriff Migration und Afrika, so verbindet man dies meist mit Flucht, Fahrt über das Mittelmeer, Lampedusa und ertrunkenen Flüchtlingen. Doch Migration ist kein neues Phänomen in Afrika; denn Wanderbewegungen sowie temporäre Migration, aber auch Auswanderung hat es bereits in der vorkolonialen Zeit gegeben. Bedingt wurden und werden diese Bewegungen durch verschiedene Gründe: Veränderung der Lebensbedingungen, Konflikte, Zwangsumsiedlungen, Wanderarbeit oder, für Nomaden und andere (pastorale) Gruppen, als normaler Teil ihres Lebens, bei dem Weide- und Wasser-Verfügbarkeit die Wanderbewegungen bestimmen.
Migration kann als so genannte Binnen-Migration innerhalb eines Landes stattfinden. Sie kann aber auch grenzüberschreitend sein – in ein benachbartes Land oder nach Europa und auf andere Kontinente.
Ziel der Tagung ist, Migration in ihren unterschiedlichen Ausprägungen darzustellen, die Gründe hierfür, die Ziele der Menschen und die Auswirkung von Migration auf die Gesellschaften und Staaten näher zu beleuchten.

Programm

Freitag, 6. November 2015

10.00 Uhr: Mobilität in Afrika – eine Einführung
Prof. Dr. Hans-Peter Hahn, Universität Frankfurt

11.30 Uhr: Vorstellungsrunde

12.00 Uhr: Südafrika und das Apartheidssystem – Wanderarbeit und die Veränderungen familiärer und Gemeinschaftsbindungen
Dr. Rita Schäfer, Informationsstelle südliches Afrika (ISSA) Bonn

13.30 Uhr: Pause

15.30 Uhr: Tuareg in Bewegung
Prof. Dr. Gerd Spittler, Universität Bayreuth

17.00 Uhr: Migration in Afrika heute: Film: „Der große Treck“ (anschl. Arbeitsgruppen und Diskussion)

19.00 Uhr: Ende des 1. Tages

Samstag, 7. November 2015

10.00 Uhr: Konflikte und Binnenmigration
Fabian Nolde, Help e.V.

11.30 Uhr: Flucht und Rückkehr im südlichen Afrika
Prof. Dr. Katharina Intveen, Universität Siegen

13.00 Uhr: Pause

15.00 Uhr: Migration/Flucht als Wirtschaftszweig – Film: „ARLIT“

16.30 Uhr: Der lange Weg nach Europa – Gründe und Fluchtwege
Florence Tsague Assopgoum, Universität Siegen

18.30 Uhr: Die Flüchtlingspolitik der EU
Ruth Vollmer, Bonn International Center for Conversion (BICC) Bonn

19.30 Uhr Ende der Tagung

Ausstellung
Flüchtlinge in Deutschland als Akteure
5. November – 10. Dezember 2015
Eröffnung: Donnerstag, 5. November 2015, 18.00 Uhr, Volkshochschule Siegen, KrönchenCenter
Die Ausstellung bietet Flüchtlingen unterschiedlicher Nationalitäten und verschiedenen Alters die Möglichkeit, ihre persönliche Geschichte anhand von Fotos und eigenen Texten zu erzählen. Dabei berichten sie von ihren Erlebnissen zwischen zwei Kulturen, von Problemen bei der Integration, aber auch von ihren Erfahrungen mit den Auswirkungen der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Realität des Lebens von Flüchtlingen in Deutschland. Sie wird vom Land NRW gefördert.

Afrikanischer Kulturabend
Steven Ouma Band
Musik aus Köln und Kenia
Freitag, 6. November 2015, 20.00 Uhr, Volkshochschule Siegen, KrönchenCenter
Steven Ouma kommt aus Kenia, lebt seit einigen Jahren in Köln. Die Musiker seiner Band sind aus Deutschland, Guinea Bissau und Nigeria. Sie performen einen Mix aus Afro-Jazz, Afrobeats und Reggae. Die Songs handeln von den vielen Überraschungen des Lebens und natürlich von der Liebe.
Eintritt frei!
„Ladies Power“. Die afrikanische Frauengruppe bietet Speisen und Getränke an. Gerade wurde sie für ihr interkulturelles Engagement mit dem Integrationspreis der Stadt Siegen geehrt.

VeranstalterInnen
Gesellschaft für Friedenserziehung e.V.
Volkshochschule Siegen
Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V. (VAKS), Koordinations- und Servicestelle entwicklungspolitischer Bildungsarbeit
Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPS) der Universität Siegen
Forschungs- und Lehrgebiet Friedenserziehung (FLF) an der Universität Siegen
Friedensinitiative Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF)
Zentrum für Friedenskultur (ZFK) Siegen

Das Programm der Afrika-Tagung wird gefördert von:
Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst
Katholischer Fonds Kooperation Eine Welt
Engagement Global

Das Team der Afrika-Tagung
Prof. Dr. Wolfgang Popp, Universität Siegen
Elisa Heinrich, VAKS
Renate Helm, ZPS Universität Siegen
Bernhard Nolz, PPF
Andreas Richter, VHS Siegen

Anmeldung an
Prof. Dr. Wolfgang Popp, Kölner Str. 11, 57072 Siegen
Tel. 0271-20596, nolzpopp@web.de
www.friedenspaedagogen.de

Anmeldungen erbeten bis zum 1. November 2015

Kein Panzerspaß für Kinder

Die mangelnde Finanzausstattung der deutschen Kliniken, wovon auch die DRK-Kinderklinik Siegen betroffen ist, ist ein politischer Skandal.

Für einen ganz anderen Skandal sorgen jetzt die Reservisten der Bundeswehr:

Sie wollen in umgebauten Panzern mit Kindern lustvoll durch ein Naturschutzgebiet „donnern“. Dafür wollen sie von den Eltern Spenden einsammeln, die der DRK-Kinderklinik zugute kommen sollen.

Mit dem öffentlichen Auftrag, Kinder zum Frieden und zur Achtung der Natur zu erziehen, hat das Ganze nichts zu tun.

Es ist geschmacklos, Kinder für dieselben Panzer und Kriegsgeräte zu begeistern, mit denen in Kriegsgebieten Kinder zu Krüppeln oder tot geschossen werden.

Es muss verhindert werden, dass unsere Kinder sich durch fröhliche Panzerfahrten an den Krieg gewöhnen.

Die Reservisten nennen ihre Panzeraktion „Reservisten helfen Menschen“. Damit lässt sich aber nicht verdecken, dass mit Hilfe deutscher Waffen und Soldaten Kriegsgebiete verwüstet und Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden, die als Flüchtlinge Aufnahme und Unterstützung in Deutschland suchen.

Wir fordern die Reservisten auf, Panzerfahrten für Kinder zu unterlassen.

Wir fordern die DRK-Kinderklinik auf, sich nicht auf Spenden einzulassen, die durch militärischen Missbrauch von Kindern gewonnen werden.

Wir fordern die Menschen im Siegerland auf, an den Veranstaltungen der Reservisten nicht teilzunehmen.

Kein Panzerspaß für Kinder!

Organisationen und Einzelpersonen werden gebeten, die Forderungen bis zum 15. September 2015 zu unterzeichnen.